Schüleraustausch mit dem LICEI STATALI LINGUISTICO – MUSICALE - SCIENZE UMANE “F. ANGELONI” in TERNi/Umbrien

Buon giorno, buon appetito e che spettacolo!

Ein herzliches DANKESCHÖN - GRAZIE TANTE! - allen, die zum Gelingen dieses Austausches beigetragen haben!

 

FRÜHJAHR 2013

Typisch italienisch, oder?

 Während unserer Austauschwoche in Terni, Italien, lernten wir einige der dortigen Gepflogenheiten ein bisschen näher kennen. Unser erster Eindruck war, dass Ruhe und Gelassenheit hier ganz groß geschrieben werden. In einem Gespräch mit unseren Austauschschülern erfuhren wir mehr über das Leben in Italien.

Im Vergleich zu Deutschland gibt es im Tagesablauf einige Unterschiede:

Um das Thema Essen aufzugreifen, können wir sagen, dass es in diesen Punkt wohl am differenziertesten ist. Allgemein lässt man sich beim Essen viel Zeit und genießt jeden Bissen. Außerdem werden oft noch temperamentvolle Diskussionen geführt.

Am Morgen isst man in Italien wenig und eher Süß, wie zum Beispiel Kuchen oder Kekse. Mittags gibt es dann meistens die erste warme Mahlzeit in Form von Pizza oder etwas Pasta. Auch ein großes Eis darf danach nicht fehlen. Am Abend hingegen tischt die Familie oft ein großes Dinner, bestehend aus bis zu 3 Gängen und Nachtisch, auf. Dabei fallen die Portionen sehr reichlich aus. Es gibt typisch italienische Gerichte, wie Pizza, Lasagne oder Spaghetti. Aber auch Serrano-Schinken und Brot sind sehr beliebt. Zubereitet werden die Mahlzeiten meist von der Mutter.

Unsere Austauschschüler sagten uns, dass man in einem Restaurant normalerweise eine Vorspeise, ein Nudelgericht, ein Hauptgang mit Fisch oder Fleisch, einen Nachtisch und Käse serviert bekommt. Vom italienischen Wein ist hier wahrscheinlich jeder überzeugt. Uns wurde besonders der Chianti empfohlen. Aber auch vom deutschen Bier sind die Italiener begeistert. Während die Schüler aus Terni in Freiberg waren, haben sie in den meisten Familien ein typisch italienisches Essen gezaubert, wie zum Beispiel Spaghetti Carbonara. Wir revanchierten uns in der Gastfamilie mit einem deutschen Gericht, Hühnchen mit Paprika und ernteten damit viel Lob.

Unserer Meinung nach, lieben wir die italienische Küche eben so sehr wie die Italiener die deutsche Küche. Gerade im kulinarischen Sinne war der Austausch eine genussvolle Erfahrung für beide Seiten.

 Ciao – Küsschen, Küsschen – so wird man hier immer herzlich willkommen geheißen. Die Italiener sind im Allgemeinen sehr lebensfroh. Hier kennt jeder jeden. Außerdem ist man hier immer für neue Kontakte offen.

Nach der Schule treffen sich die Jugendlichen oft mit ihren Freunden in der Stadt. Sie gehen zusammen essen oder shoppen. Meist verbringen sie den ganzen Abend miteinander oder trifft sich nach dem Essen in den Familien erneut in einem Pub oder einem Park. Wir haben allerdings festgestellt, dass die Italiener unter einem Pub etwas ganz anders verstehen als wir. Pubs sind hier Cafes oder Imbisse mit Sitzgelegenheiten in denen man den Tag gemütlich ausklingen lassen kann. Doch ganz egal, wohin es geht, sobald man die Haustür verlässt ist man top gestylt.

Wie unsere Austauschschüler berichteten, sind in den letzten Jahren die Fernseher mehr in den Mittelpunkt des Lebens gerückt. Jedoch steht die Familie immer ganz oben und ist das Allerwichtigste. Deswegen unternehmen die Familien am Sonntag oft etwas gemeinsam.

Im Allgemeinen lässt sich noch sagen, dass die Italiener sehr spontan und auch ein bisschen chaotisch sind, was sie aber noch sympathischer macht.

 

Perguia - Hauptstadt von Umbrien

Zwischen verwinkelten Gassen, schmalen Treppen, Brunnen und Rundbögen mittelalterlicher Ortschaften, den Gebäuden, Burgen und Festungen wunderschöner Dörfer befindet sich die Provinz Perugia. In einer bergigen Landschaft auf einem sanften Hügel im Herzen Italiens gelegen, breitet sich die Stadt über zwei Drittel der Region aus und ist somit die größte Provinz Umbriens. Von den Bergen aus hat man einen traumhaften Blick über die farbenreiche Landschaft. Man sieht die Bergkette der Appenninen, das fruchtbare Tal des Tiber und den Lago di Trasimeno. Ein großer Teil der Fläche Perugias ist von Wäldern bedeckt.


In der grünen und entspannenden Landschaft taucht der Besucher in die Vergangenheit ein, alles scheint von der Geschichte dieser Umgebung zu erzählen, angefangen bei Dörfern, die am See liegen, bis hin zu den Museen, den Traditionen und den typischen Produkten.

Ursprünglich wurde Perugia von den Etruskern auf einem markanten Hügel gegründet. Ihr antiker Name ist Perusia. 

Die 493 m über dem Meeresspiegel gelegene Stadt wird von zwei Mauernringen umgeben, wobei die etruskische Stadtmauer im 4. und 3. Jahrhundert vor Christus erbaut wurde und die zweite Stadtmauer aus dem Mittelalter stammt. Sie erstreckte sich über 6 km und schloss 5 Stadttore ein. Die Provinz ist sehr reich an verschiedendsten Kunstwerken aus fast allen Epochen europäischer Kulturgeschichte.

Perugia bietet in ihrer abwechslungsreichen Umgebung Kunst, wunderschöne Natur und köstliche Küche, sodass für jeden Geschmack etwas geboten ist. Wer diese einzigartige Provinz Umbriens besucht, wird durch die grenzenlose Schönheit belohnt.

 

Pantheon

Auf unserer Sightseeing-Tour durch Rom besuchten wir außerdem das Pantheon; das am besten erhaltene antike Bauwerk Roms.

Es befindet sich in der Nähe des Zentrums auf dem “Marsfeld”. Dieses war in der Antike ein Bereich außerhalb der römischen Stadtmauern und wurde als Schaf- und Pferdeweide sowie als Militärübungsplatz genutzt.

609 n. Chr. wurde das Pantheon als katholische Kirche, ab der Renaissance als Grabesstätte genutzt.

Das Bauwerk unterteilt sich in die Säulenhalle und einem überkuppelten Zentralbau. Die tempelartig aufgebaute Halle wird von 16 Säulen getragen. Ihre Decke sowie das Giebeldreieck waren mit Bronze bedeckt, welche mit der Zeit für andere Werke verwendet wurde.

Das kreisrunde Innere misst einen Durchmesser von 43,4m, was auch auf die Höhe des Gebäudes zutrifft. Durch die in der Kuppel vorhandene Öffnung gelangt Licht und Luft hinein und Gebete scheinen in den Himmel aufzusteigen. In der Runde befinden sich 7 Nischen, in denen sich verschiedene Statuen und Kapellen mit Grabstätten befinden. In diesen Graebern befinden sich beruehmte italienische Persoenlichkeiten wie zum Beispiel der Maler Raffael.

Als wir das Pantheon zum ersten Mal gesehen haben erschien es uns groß mit antikem Charme. Wir haetten nie vermutet, dass es mitten in der Stadt steht, denn die Umgebung war moderner als das Pantheon. Beim Eintreten in das Gebäude überwältigte uns die Größe. Die aufwendigen Statuen, Fresken, sowie der Altar beeindruckten uns sehr. Das Licht das durch die Kuppel schien erweckte im Pantheon eine angenehme und mystische Atmosphäre. Wir haben den Besuch sehr genossen und empfehlen ihn jedem Kulturinteressierten weiter.

Piazza Navona

Wenn man sich von der Engelsburg Richtung Süden bewegt, öffnen sich bald die engen Gassen der römischen Altstadt und man tritt auf einen der charaktertistischsten Plätze der ganzen Stadt: Die Piazza Navona. Es ist zunächst schwierig sich einen Überblick zu verschaffen, da es überall nur so von Verkäufern, Kunsthändlern und Touristen  wimmelt. Schaut man jedoch genauer hin, fällt einem die ovale Form der Plazza auf, welche an das antike Stadium, das sich an dieser Stelle befand, erinnert.  Ursprünglich fanden dort relativ harmlose und unblutige Wettkämpfe statt, die im Vergleich zu den brutalen Gladiatorenkämpfen der Zeit nur wenige Menschen des römischen Volkes begeistern konnten.

Bis ins Mittelalter veränderte der Platz sein Erschneinungsbild deutlich. Das Stadium wurde komplett umgestaltet, Häuser wurden errichtet, insbesondere auch die Kirche “Sant’Agnese in Agone”, an deren Stelle, so sagt die Legende, die Heilige Agnes ihr Martyrium erlitt. Heute ist die Kirche ein herrliches Beispiel fur italienische Barockarchitektur.  Zunächst als Platz fur Pferderennen genutzt, wurde die Arena schlussendlich 1495 von Papst Sixtus IV zum Marktplatz der Stadt erklärt.

Wenn man es schafft, sich durch das Gewimmel hindurchzudrängen, erblickt man in der Mitte der Plazza einen beeindruckenden Barockbrunnen. Kristallklares Wasser, ein monumentaler Obelisk im ägyptischen Stil und zu dessen Füssen vier kolossale Steinfiguren,   die die damals bekanntesten Ströme der vier Kontinente symbolisieren (Nil, Donau, Ganges und Rio de la Plata). Die Fontana dei Quatro Fiumi ist eines der eindrucksvollsten Werke des berühmten italienischen Architekten Bernini. Im Norden und Süden der Plazza Navona befinden sich auch noch zwei weitere Brunnen, welche etwas älter als der Berninibrunnen sind. Der Neptunbrunnen und die Fontana del Moro entstammen den Entwürfen von Giacomo della Porta, wurden jedoch von Bernini neugestaltet. Am Schönsten für uns war es aber einfach die einzigartigen Eindrucke und das italienische Ambiente mit einem kleinen, erfrischenden Eis zu genießen und auf dem Rande des Brunnens das bunte Treiben zu beobachten. Viele nahmen sich ein kleines Andenken von den Kunsthändlern mit nach Hause, in welchen die schönsten Eindrucke der Stadt Rom eingefangen waren und so für zu Hause konserviert werden sollten.

 

Vatikanstadt

Wer kennt es nicht: Das wohl größte Spektakel der katholischen Religion, wenn der Papst auf seinem Balkon zu einer riesigen Menschenmenge, den Segen "Urbi et Orbi" spricht. Genau das findet im kleinsten Staat der Welt, dem Vatikan, statt.

Im Zentrum steht die wohl schönste Kirche der Welt. Die durch Kaiser Konstantin dem Großen errichtete Basilica di San Pietro erstreckt sich über eine Grundfläche von 15 000 m². Neben der reichverzierten Außenfassade bietet dieser heilige Tempel zahlreiche Kunstwerke, wie zum Beispiel das Navicella, ein Mosaik von Giotto oder das Reiterstandbild des Kaisers Konstantin. Betritt man das feierliche Innere wird man überwältigt von den riesigen Ausmaßen und der großen Anzahl von Formen, Farben und detailreichen Verzierungen. In jeder Ecke gibt es Neues zu entdecken: verschiedene Kapellen (zum Beispiel die berühmte Pieta des Michelangelo), mehrere Grabmäler und Altäre, ein riesiger Bronzethron auf dem Petrus gesessen haben soll, sowie der von Bernini geschaffene Baldachin aus Goldbronze der zunächst einige Blicke auf sich zieht. Unumfochten ist die Kuppel des Michelangelo, das Highlight der Basilika: Sie ist etwa 120 Meter hoch und wird von vier mächtigen Pfeilern getragen.

Unter dem Petersdom liegen die Vatikanischen Grotten, in denen sich verschiedene Papstgräber und gefundene Sarkophage befinden. Zu ihnen gelangt man durch einen kleinen Eingang am Largo Braschi.

Der Höhepunkt unserer Eindrücke im Vatikan war die Besteigung der Kuppel des Sankt Petersdoms. Wir entschieden uns die 551 Stufen zu laufen und auf den Fahrstuhl zu verzichten. Ein Zwischenstopp gab es nach 200 Stufen und von dort hatte man einen fantastischen Blick in das Innere des Doms. Aber 300 Stufen lagen noch vor uns und verlangten uns alles ab. Doch oben angekommen, entschädigte der grandiose Blick über Rom und den Vatikan alle Anstrengungen.

Um es mit Goethes Worten wiederzugeben: " [...] [e]rreicht den Hof mit Müh' und Not [...]"* aber wir haben es überlebt und genossen eine großartige Aussicht.

*Johann Wolfgang von Goethe: Der Erlkönig (Z.31) 1782

Februar 2013: Von verlorenen Koffern und unvergesslichen Tagen

Nach vielem Hin und Her

Nach vielem Hin und Her und einigen logistischen Komplikationen gab es für unseren Terni-Austausch endlich grünes Licht.

Am Samstagabend kamen unsere italienischen Gastschüler auf dem Dresdner Flughafen an - nur leider ohne Gepäck ..., was unserer Freude erst einmal keinen Abbruch tat.

Bei unseren Italienern saß ein anderer Schock ganz tief, als sie die ungewohnten Witterungsbedingungen zu spüren bekamen. Viele machten sich Gedanken, ob sie überhaupt Wintersachen eingepackt hatten. Trotz der eisigen Temperaturen war die Stimmung von Anfang an herzlich.

Egal ob BALOTELLI, BERLUSCONI, gemeinsames Schlittern auf dem Eis oder gefüllte Einkaufstüten - wir waren von Anfang an auf einer Wellenlänge.

Die Deutschen lernten, wie man in Zügen Nationalhymnen singt und die Italiener lernten einmal deutsches Schritttempo kennen, wobei sich dabei die Begeisterung bei unseren Italienern in Grenzen hielt.

Es war eine spannende Woche.

[Sylvia Gorzalla, Annegret Köhler, Sophia Bier, Julia Heidrich]

Giula und Jessica: "Deutschland in Weiß"

Jeden Tag stehen wir auf und sehen Schnee. Wir schlittern den ganzen Tag. Es ist schwer zu laufen, aber gemeinsam schaffen wir es nicht hin zu fallen. Es ist eine neue Erfahrung für uns.

Ein typisches deutsches Essen, was wir uns sehr wünschen, ist Bockwurst und Brötchen. Allgemein hat Deutschland eine schöne Kultur. An einem Tag sind wir nach Leipzig mit dem Zug gefahren. Wir hatten einen wundervollen Besuch im Leipziger Zoo. Unser Lieblingstier war der Tiger, weil er schön ist. Nach dem Zoo waren wir shoppen, alle Läden waren gut.

In Deutschland sind die Leute sehr nett, es ist sehr still und sauber. Auch hatten wir eine spannende Diskussion über Berlusconi dem Idiot. Im Schloss in Dresden, das wir besuchten, waren wunderschöne Kunstwerke zu sehen. Es war wie ein Mädchentraum, überall war teurer Schmuck.

Es war eine unvergessliche Zeit. Wir werden alle vermissen! Tschüss. Giula, Jessica.

Frühjahr 2012

Sonniger Taint. Redselig. Offenherzig. Genauso erkannten wir unsere italienischen Austauschschüler am Samstag, den 24. März 2012 am Flughafen Dresden wieder. Für ihre Verhältnisse überpünktlich, wuselte die bunte Menge durch die großen Schiebetüren am Terminal. Ausgelassen und freudestrahlend begrüßten wir die Freunde von jenseits der Alpen mit den traditionellen "bacino, bacino" ( = Küsschen auf beide Wangen). Nach Abklingen des Adrenalins gestalteten die Familien, Dank des schönen Wetters, von Wald- und Wiesenspaziergängen bis zum Flanieren durch die Großstadt die verschiedensten Programme.

Ab Montag verlief alles nach Plan, zumindest auf dem Papier. Von unchristlichen frühen Aufstehzeiten schockiert, wurde die Gruppe mit Wort und gemeinsamen Gesang - GLÜCK AUF! GLÜCK AUF! - vom Schuldirektor begrüßt. Aufgrund der Müdigkeit wurde zumindest Letzteres nicht erwidert. Offene Münder beim Schulbesuch und zur Verwunderung der Lehrer auch während der Unterrichtsstunden versüßten die Stimmung in ungewohnter Weise. Mit dem Actionpainting im Kunstkurs konnte die Relativitätstheorie der Physikklasse vielleicht nicht mithalten, dennoch war der Schulbesuch eine bleibende Erinnerung.

Lebendige Erinnerungen und bleibende Eindrücke haben wir alle gewonnen. An dieser Stelle einige Wortmeldungen:

(nach dem Besuch des Freiberger Theaters) "Ich war erstaunt, wie sie alles machen, um eine Aufführung vorzubereiten - wie lange sie brauchen, um eine Perücke anzufertigen. Fasziniert war ich auch von der Größe der Requisiten - so gigantisch, so riesig! Für mich war dies alles ganz neu."

"Dresden ist eine moderne und dynamische Stadt. Die größten Sehenswürdigkeiten, die in unseren jungen Gehirnen ewig bleiben werden, sind die typisch deutschen Häuser mit Spitzdächern und beunruhigenden Fenstern, die wie Augen aussehen. Was wir nie vergessen werden, ist aber der Kaffee, der einen bitteren Geschmack hinterlässt (sehr sehr bitter) und der nichts mit dem italienischen Kaffee zu tun hat."

 

Ital
17 italienische und deutsche Austauschschüler vor dem Besuch der Gemäldegalerie ALTE MEISTER im Dresdner Zwinger. - "Hat Raffaels Sixtus 5 oder 6 Finger? Warum haben Adam und Eva einen Bauchnabel?

 

"Wir bahnten uns unseren Weg über die Totenkopfäffchen-Insel im Gondwanaland, den wir weitestgehend unbeschadet überstanden. Für unsere italienischen Freunde sah dies jedoch etwas anders aus: "Eine sehr hinreißende Sehenswürdigkeit war der Zoo in Leipzig - eine faszinierende, interessante und lebendige Welt. Das Schönste war, Kontakt mit den Tieren zu haben... das denkt auch unser Freund Angelo, der von einem Affen in den Finger gebissen wurde. Die Erinnerung wird auf dem Finger von unserem Freund bleiben!!!"

Gondwanaland Leipzig

Zeichnung:  Valentina Paiella

(nach der Besichtigung der "CAVE") "Vor dem Beginn des Schüleraustausches war mir gar nicht bewusst, dass es eine solche "Cave" überhaupt in Freiberg gibt. Ich hatte schon von solchen Anlagen gehört, jedoch nicht von der in Freiberg und konnte mir zunächst nur wenig darunter vorstellen. Als ich jedoch in dieser 3D-Kammer stand, war es einfach nur beeindruckend.

Die "Cave" in Freiberg besteht aus einer dreiseitigen Projektionsfläche mit dazugehörigem Boden. Auf den lichtdurchlässigen Wänden können mit dahinterliegenden Monitoren Bilder erzeugt werden. Die insgesamt 24 Monitore mit Rückprojektionstechnik erzeugen dabei eine Auflösung von 50 Megapixel - selbst die modernsten Digitalkameras erreichen gerade einmal 20. Ebenfalls sehr beeindruckend war die große Rechenleistung, die nötig war, um die einzelnen Bilder übergangsfrei aneinanderzulegen. Dazu sind einige Rechner im Nebenraum notwendig. 

Begeistert war ich von der intuitiven Steuerung per iPad. Man konnte sich zum Beispiel mit zwei iPads gleichzeitig, die mit extra programmierten Apps versehen waren, mit einem einfachen Fingertip virtuell durch den Petersdom in Rom bewegen. Es wurden aber auch praxisrelevante Einsatzmöglichkeiten - wie die Simulation von Strömungen - präsentiert.

Zum Abschluss kam noch der Forschungsroboter zum Einsatz - ein Vorgeschmack auf eine Zukunft mit Robotern im Haushalt. Neben den vom Hersteller mitgelieferten Programmierungen wie zum Beispiel das Tanzen, wurde vom Entwicklerteam ebenfalls ein App erstellt, welches eine Steuerung über WLAN ermöglicht. Auch dies konnte von uns selbst ausprobiert werden.

Der Roboter konnte aufstehen, sich hinsetzen, laufen und sogar die Beobachtung der Umwelt mithilfe einer Kamera im Kopf war möglich - und das alles per iPad!

Für mich wurde durch den Besuch der "Cave" deutlich, dass die neuen mobilen Endgeräte wie Smartphones oder Tablet PCs immer mehr zum Einsatz für Forschungszwecke kommen. So gibt es jetzt sogar eine Studenten-App an der TU BAF, die bereits von mehr als 50% aller Studenten genutzt wird. Für mich persönlich war es ein sehr interessanter Tag und ich kann die "Cave" nur weiter empfehlen. Da das Team der "Cave" weitere Programme entwickelt, wird es wohl in der nächsten Zeit neue faszinierende Einblicke geben." [Ron]

Weitere Bilder unter: http://menno.informatik.tu-freiberg.de/gallery3/index.php/Schueleraustausch-Geschwister-Scholl-Gymnasium-2012

 

 

[Texterstellung+Fotos: italienisch-deutsche Kooperation von G.Scarponi u. J.Kapr, J.Latini u. A.Keller, V.Moretti u. L.Krumbiegel, H. Montesano u. N.Zönnchen, E.Muzliukay u. M.Bretschneider, J.Lalli u. A.Eulitz, B.Herrera u. F.Schlenker, G.Degli Angeli u. K.Ebermann, A.Bruja u. R.Luft, M.Salvi u. T.Wirbeleit, G.Poncia u. A.Löwe, A.Pellicelli u. T.Miura, V.Paiella u. C.Gospodinova, S. Mocci u. H.Rothe, L.Giovannelli u. K.Korb, M.Carelli u. B.Lojewski, E.Baiocco u. K.Liebschner, C.Grazia u. U.Kaden, D.Baliani u. T.Nurse]